Am Sonntagmorgen fuhr ich früh von Pedro Abad los, um die relativ lange und hügelige Strecke nach Jaén in Angriff zu nehmen. Auf verlassenen, aber gut geteerten Strassen ging es über sanfte Hügel und durch eine schier endlose Fläche von Oliven-Anbaugebieten. Es war ein wunderschöner Tag und ich genoss die Fahrt enorm! Solche wenig befahrenen, etwas hügeligen und landschaftlich interessanten Strecken sind für mich persönlich die schönste Art, mit dem Velo zu reisen. 

Beschleunigte Fahrt durch viele Oliven-Anbaugebiete

Nach einem intensiven Aufstieg kam ich gegen Mittag im pittoresk gelegenen Dorf Porcuna an, wo ich mir einen leckeren Tintenfisch zum Mittagessen gönnte.

Es ging weiter durch weite, schöne Oliven-Anbaugebiete, welche mir sehr gut gefielen. Ca. 20 Kilometer von Jaén entfernt begann ein sehr komfortabler und kaum befahrener Veloweg, der “Via Aceite”, welcher auf einer nicht mehr genutzten Eisenbahnstrecke errichtet wurde.

Angenehmer Veloweg mit einer alten Eisenbahnbrücke im Hintergrund und einem fotogenen Velo im Vordergrund

Um ca. 17 Uhr kam ich in Jaén an, wo ich im sehr einfachen und funktionalen Hostel “Estación” ein Zimmer bezog (45€ / Nacht). Der Hauptgrund hierfür war meine Reiseplanung, für welche mir, nach langem Abwägen der Möglichkeiten, Plan-Abhängigkeiten und Reisemittel-Einschränkungen (siehe Velotransport in Zügen und Bussen) vor zwei Tagen während des Besuchs der Mezquita-Cadedral in Córdoba eine sehr gute Lösung in den Sinn gekommen war. Ich wollte mein Velo für die nächsten Tage in der Nähe des Bahnhofs einlagern, um von Jaén aus mit dem Bus Granada zu besuchen (kein Zug zwischen den Städten und Busse sind Velo-unfreundlich, da sie die Demontage und Verpackung verlangen), um danach mit dem Mitteldistanz-Zug direkt von Jaén aus nach Madrid weiterzufahren. Dies klappte alles super.

Da ich noch etwas Zeit hatte bis zum Abendessen, schaute ich mir noch die Stadt an, welche in den meisten Reiseführern zu Andalusien nicht zuoberst steht. Während meines Spaziergangs zum Stadtzentrum verstand ich schnell weshalb: Während die meisten andalusischen Städte mit pittoresken Gassen, südländischem Charme und eindrücklichen Monumenten entzücken, scheint Jaén auf den ersten Blick vor allem ein Monument jahrzehntelanger fehlgeschlagener Stadtplanung zu sein. Abgesehen von den heruntergekommenen Bausünden aus den 70er-Jahren gibt es auch konkretere Dinge, welche mich stark irritierten, wie etwa die Strassenbahn, welche zwar fertiggebaut, aber aus finanziellen Gründen nie in Betrieb genommen wurde, so dass die Stadtbewohner sie nun als Gratis-Parkplatz für ihre Autos brauchen. Ein absurder Anblick!

Trotzdem gibt es einige schöne und eindrückliche Dinge in Jaén zu sehen, wie beispielsweise die riesige Kathedrale. 

Nach dem Besuch der Kathedrale begab ich mich auf eine ca. 1-stündige Wanderung hoch auf die lokale Festung (ich hatte ja um 18 Uhr noch mehr als genug Zeit vor dem Abendessen), von welchem aus man eine eindrückliche Aussicht auf die umgebenden Berge hat.

Nach der ausgiebigen Wanderung freute ich mich sehr über ein leckeres mexikanisches Abendessen in Jaén.

Meine Route bisher ist in der Karte oben wie folgt dargestellt: