Am Montagmorgen ging ich um 7 Uhr ins Café, welches sich gleich neben dem Hotel in Conil de la Frontera befindet – tatsächlich kann man um diese Uhrzeit in Spanien schon frühstücken! Durch ein Sandwich und einen Orangensaft gestärkt, fuhr ich Richtung Cádiz los, welches lediglich ca. 50 Kilometer von Conil de la Frontera entfernt liegt.

Auf dem Weg nach Cádiz fuhr ich vorwiegend auf Kiesweg durch schöne, weitläufige Naturschutzgebiete. Zwar waren die Kieswege mehrheitlich angenehm zu fahren, aber es war nicht immer einfach, den Weg zu finden, und ich musste einige Male umkehren und nach dem Weg fragen, da auch auf der Karte nicht immer klar ersichtlich war, ob die Wege (insbesondere ungeteerte Wege) für Fahrräder befahrbar waren. 

Die Fahrt durch das Naturschutzgebiet als Timelapse

In Cádiz angekommen, war ich sprachlos über die Schönheit der Stadt und ihre einzigartige Lage auf einer Beinahe-Insel, welche nur über einen schmalen Weg mit dem Festland verbunden ist, und welche in mir sofort ein eine Faszination für die unglaubliche Schönheit Südspaniens auslöste. 

Die Aussicht auf Cádiz

In Cádiz kaufte ich mir erstmal eine neue SIM-Karte, welche ich bei Vodafone für 20€ bekam, mit unbegrenzten Anrufen und 140 GB, inklusive EU-Roaming! Von diesen Preisen könnten sich Schweizer Telekom-Anbieter mal eine Scheibe abschneiden… Ich nutze meistens das Internet, um an die besten Angebote zu kommen, hier zum Beispiel nutzte ich die Webseite von “Traveltomtom”. Dass man die SIM-Karte jedoch nur im Laden bekommt und eSIM einen Aufpreis von 5€ kostet, sei hier (Stand März 2023) für zukünftige Spanien-Reisende noch gesagt.

Ich entschloss mich aufgrund meiner Müdigkeit sowie aufgrund der Schönheit und Vielfalt von Cádiz, ein Zimmer in der Stadt zu beziehen und mir die Stadt anzuschauen. Mitten im Zentrum und zu einem sehr vorteilhaften Preis bezog ich ein wunderschönes, sauberes Zimmer in einem Riad-ähnlichen Hotel mit dem (sich einfach zu merkenden) Namen “Dormir a Cádiz”. Dort erhielt ich gleich einen vorbereiteten, hand-annotierten Stadtplan! So ein hohes Niveau an Proaktivität und Hilfsbereitschaft habe ich wohl bisher noch selten in einem Hotel erlebt.

Cádiz, welches von sich behauptet, die “älteste Stadt Europas” zu sein, hat alles Mögliche zu bieten. Sowohl die Phönizier als auch die Römer haben dort gelebt und das Stadtbild geprägt. Nach einer Dusche begab ich mich auf einen Rundgang durch die wunderschöne Stadt, welche zwar sehr klein ist, jedoch voller Monumente und Sehenswürdigkeiten, so dass mir schnell bewusst wurde, dass ich wohl zwei Nächte in Cádiz bleiben müsste, um die vielen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. 

Als erstes lieft ich durch die Stadt und schaute mir das Theater von Manuel de Falla an, dem berühmten spanischen Komponisten aus Cádiz. Leider konnte ich mir das Theater nur von aussen anschauen, da während meiner Zeit in Cádiz gerade keine Aufführungen stattfanden.

Nach einem Spaziergang durch die vielen pittoresken und sauberen Gassen von Cádiz besuchte ich eine der Hauptattraktionen, den “Torre Tavira”, welcher nicht nur eine grossartige Aussicht über die Stadt ermöglicht, sondern auch die älteste Camera Obscura Spaniens beherbergt.

Leider durfte man in der Camera Obscura keine Fotos machen, allerdings war der Besuch besonders sehenswert (insbesondere wenn man noch nie in einer Camera Obscura war). Hier eine einfache Erklärung von simpleclub.com, wie eine Camera Obscura funktioniert:

Bei einer Lochkamera fallen von einem Objekt ausgehende Lichtstrahlen durch ein kleines Loch in einen dunklen Hohlraum und werden von einem Schirm aufgefangen. Dadurch kann man eine optische Abbildung von dem Objekt erhalten.

simpleclub.com

Man konnte also in Echtzeit verschiedene Stadtteile von Cádiz sozusagen in perfekter Auflösung auf einer Art grossen, runden “Schüssel” sehen und sogar auf einzelne Dinge “hereinzoomen”!

Nach dem faszinierenden Besuch der Torra Tavira wollte ich mir gleich noch die zweite Hauptattraktion von Cádiz anschauen, die (neue) Kathedrale. Die Kathedrale wurde während fast 120 Jahren gebaut, so dass verschiedene Architekten daran arbeiteten, welche die jeweils “trendigen” Stile ihrer Zeit einfliessen liessen (Barock und Neoklassizismus). Die Dimensionen der Kirche sind auch beeindruckend. Allerdings musste man bei den Baumaterialien aufgrund von Kriegen (Napoleon) sparen, so dass nun teilweise Stücke der Decke herunterfallen, weshalb es in der ganzen Kathedrale ein Netz hat.

Mit den vielen Eindrücken und Erlebnissen ging ich ans Meer, wo ich in den Genuss eines wunderschönen Sonnenuntergangs auf der Brücke zum Castillo de San Sebastián kam.