Eigentlich wollte ich am Sonntag noch nach Molay Jacoub in die Thermalbäder, bevor ich dann das Auto um 13.30 in Fès zurückgeben musste. Ich war aber so inspiriert von der Begegnung mit Lucas und Sophie sowie deren Motto “planlos”, beziehungsweise “der Weg ist das Ziel”, dass ich mich spontan umentschied und lieber noch etwas gemütliche Zeit mit ihnen am Pool des Hotels verbrachte. Um 12.00 Uhr fuhr ich in Richtung Fès los und konnte das Auto nach einem kurzen Waschen abgeben.
Nach einer kurzen Taxifahrt in die Altstadt von Fès bezog ich mein Zimmer im mir bereits bekannten, wunderschönen Hotel Dar D’Or. Der Gastgeber Nadir umarmte mich bei meiner Ankunft und es fühlte sich an wie ein Nachhausekommen – wohl auch, weil mein Velo im Innenhof des Riads stand und ich mich unglaublich freute, von nun an wieder mit dem Velo unterwegs zu sein.



Nachdem ich mir eine Dusche und frische Kleider gegönnt hatte, freute ich mich auf einen Rundgang durch die wunderschöne Altstadt von Fès. Ich wollte möglichst viele der anstrengenden Besichtigungen im dicht besuchten Stadtzentrum noch am Sonntag erledigen, um dann am Montag und Dienstag zwei Ruhetage zu haben, um mich dem Verdauen von allem Erlebten der letzten Woche widmen zu können und um mich auszuruhen, bevor es mit dem Fahrrad weitergeht.
Als erstes lief ich zum berühmten blauen Stadttor, dem “Bab Bou Jeoud”, einem laut Google “prächtigen maurischen Eingangstor zur Altstadt”, und lief von dort aus die Hauptachsen der Altstadt hinunter.


Mehrere Dinge erinnerten mich dabei an Marrakech: die unglaubliche Vielfalt an Gerüchen und Eindrücken, die Reizüberflutung und die vielen engen Gassen.



Bezüglich Orientierung stellte ich kaum Unterschiede zu anderen marokkanischen Altstädten fest: man muss sich selber gut merken, wo man durchgelaufen ist und ein Handy mit GPS dabeihaben, dann hat man eigentlich keine Probleme.






Die erste grössere Sehenswürdigkeit, welche ich mir anschaute, war die Madrasa (Koranschule) Bou Inania, welche mir mit ihrer Schönheit und Kunstfertigkeit schlicht den Atem verschlug.






Nach der ersten Madrasa lief ich weiter zur nächsten Koranschule, der Madrasa Attarine. Auf dem Weg dorthin besuchte ich noch den beeindruckenden Palast Mnebhi aus dem frühen 20. Jahrhundert, welchen sich ein damaliger Verteidigungsminister «gegönnt» hatte.





Als ich in der Madrasa Attarine ankam, war ich erstaunt darüber, abgesehen von einem spanischen Paar beinahe alleine zu sein. Das habe ich mir auf dieser Reise schon öfter gedacht: unglaublich, dass die Altstädte zum Bersten voll mit Menschen sind, aber die wirklichen Attraktionen, nämlich die jahrhundertealten Bauwerke, beinahe leer! Die meisten Menschen bevorzugen es wohl, in irgendeinem der hunderten sinnentleerten China-Schrott-Geschäfte Touristengeschenke zu kaufen und erkennen den Wert solcher Meisterwerke islamischer Kunst gar nicht…










Danach wollte ich noch zu den Ledergerbereien, begriff aber nicht, dass man in ein Lederwarengeschäft gehen muss (und Trinkgeld geben), um einen Blick auf die berühmten Gerbereien zu erlangen. So spazierte ich dann zum Hotel zurück und liess den vollen Tag bei einer leckeren Lamm-Pflaumen-Tajine im Hotel ausklingen.
So schön …!
Schöön schön