Am Donnerstagmorgen unternahm ich zusammen mit Moha eine zweistündige Wanderung zu den “Pattes de Singe” (Affenpfoten), also sozusagen das “Minimalprogramm” für Reisende mit wenig Zeit, um etwas vom Dades-Tal gesehen zu haben. Zuerst wanderten wir durch Dörfer mit zerfallenen Kasbahs, danach ging es einem Fluss entlang, wo wir dann nach ca. 20 Minuten am Eingang einer engen Schlucht angelangten.

Die Wanderung durch die Schlucht war wunderschön und erinnerte mich, obwohl ich noch nie dort war, etwas an die berühmte Antilopen-Schlucht in Arizona. Enge Abschnitte über Stein und Wasser wechselten sich ab mit kurzen, ungefährlichen Kletterpartien, welche Moha alle auswendig kannte und mir bei Bedarf immer Stütze bot. Insgesamt nahmen wir die Wanderung gemütlich, so dass das im Titel erwähnte «Affentempo» mehr als Wortspielerei zu verstehen ist.

Angekommen auf der Anhöhe eröffnete sich eine beeindruckende Aussicht auf die Berglandschaft mit ihren “Pfoten”-artigen Formen. 

Ich war froh, einige Stunden körperliche Bewegung gehabt zu haben. Bevor ich zu meinem Tagesziel weiterfuhr, wollte ich noch das unglaublich schöne Dades-Tal hochfahren, um die berühmten Serpentinen und die Berglandschaft zu sehen. Die surrealen geologischen Formationen waren schlicht atemberaubend.

Voller atemberaubender Eindrücke fuhr ich nach dem Dades-Tal mit dem Auto weiter zu meinem Tagesziel, der UNESCO-Welterbe-Stadt Aït-Ben-Haddou, welche dem Mont-Saint-Michel ähnlich auf einem isolierten Hügel gebaut ist und mit ihren imposanten und filigran dekorierten Kasbahs ein Vorzeigebeispiel für den architektonischen Baustil im Marokkanischen Süden des Atlasgebirges ist.

Viel Wind und Sand auf dem Weg nach Aït-Ben-Haddou

Da ich erst um ca. 18.30 Uhr in Aït-Ben-Haddou ankam, hatte ich die Stadt fast für mich und wurde auch nicht ständig von Verkäufern angesprochen. Ich würde es extrem empfehlen, die Stadt abends zu besichtigen, da laut diversen Auskünften die Stadt um Mittag voll sei mit Touristen, die dann im Bus oder Auto zu anderen Übernachtungsorten weiterfahren.

Übernachtet habe ich im Hotel Ayouze, welches ca. 3 Kilometer ausserhalb von Aït-Ben-Haddou liegt und somit sehr ruhig und angenehm ist, zudem hatte ich eine sehr schöne Aussicht auf die Oase.

Sonnenuntergang auf der Terrasse des Hotels

Der sehr sympathische Gastgeber Idriss bereitete mir eine überaus leckere Suppe und Tajine frisch zu, danach sassen wir etwa noch 2 Stunden zusammen und tauschten uns über diverse Themen aus. Auch er war während Covid sehr viel im eigenen Land per Fahrrad herumgefahren. In Marokko war während ca. 1.5 Jahren alles “Covid-begründet” geschlossen und vom Staat gab es keine Abfindungen, was für Hotelbesitzer eine enorm schwierige Zeit gewesen sein muss, da diese von ihrem Ersparten und dem ihrer Familie leben mussten. Idriss gab mir auch noch einige sehr nützliche Tipps zur Route. So konnte ich bei einem leckeren Ingwer-Honig-Tee am Holzofen und mit spannenden Gesprächen den Tag ausklingen lassen.

Meine Route bisher ist in der Karte oben wie folgt dargestellt: 

One Response

  1. Schön, wieder einzutauchen in die Faszination dieses Landes. Leider habe ich viele Namen vergessen. Wir wünschen dir gute Weiterreise und gutes Wetter. Lg Groro