Am Montag habe ich mich gut ausgeschlafen auf den Weg gemacht, Chefchaouen zu erkunden und mir ein Frühstück an den Ufern des Flusses (Fouara) zu suchen, dies auch in der Absicht, mich noch etwas zu bewegen, bevor eine lange Auto-Etappe auf mich wartete.

Noch immer etwas entfremdet durch die Erfahrung, an einem Tag gigantische Strecken zurücklegen zu können und dabei kaum mit der Umwelt und den lokalen Menschen in Kontakt zu kommen, spielte ich zuerst nochmals mit dem Gedanken, das Auto allenfalls schon früher zurückzugeben als ursprünglich geplant und nach Fès zurückzufahren. Zudem schmerzte leider mein Knie noch stärker als vor dem ersten Auto-Tag und ich fragte mich, ob das viele Sitzen wirklich förderlich für die Heilung meines Knie sei. Da jedoch wie bereits in einem früheren Post erklärt viele Gründe für die Pausen-Woche mit Auto sprachen, wollte ich dem Auto noch eine Chance geben und entschied mich dazu, meinen Plan umzusetzen zu versuchen.

Letztendlich ist es für mich auf dieser Tour ein zentrales Thema, hinsichtlich meiner Route, meinen Plänen und der Reise an mich zu glauben, und meinen Intuitionen und meinem Wissen zu folgen. Dafür scheint mir eine Reise alleine besonders gut geeignet, da man die alleinige Verantwortung für das Gelingen oder Scheitern eines Plans trägt. Obgleich ich stets versuche, möglichst viel Information von unterschiedlichen Menschen, die ich treffe, miteinzubeziehen, habe ich auf dieser Tour noch mehr als sonst schon gemerkt, dass man jede neue Information mit einer guten Portion Vorsicht aufnehmen und sie stets mit dem eigenen bereits bestehenden Wissen und den Intuitionen abgleichen sollte. Dabei hat es sich für mich auf dieser Reise schon ein paarmal als enorm sinnvoll erwiesen, gewisse Ratschläge einfach in den Wind zu schlagen und auf mich selber zu hören. Ich wollte also auch hier meinen ursprünglichen Intuitionen folgen und mich auf die neue Art zu reisen während einer Woche einlassen, selbst wenn der neue Reisestil nicht all meinen bisherigen Vorlieben entsprach.

Nach Chefchouen fuhr ich also in Richtung Mittelmeer los. Ich war erstaunt darüber, wie unglaublich schön, saftig und grün die Landschaft war und die enorm hügelige Strasse machte richtig Spass zu fahren, auch wenn es mit dem Fahrrad wohl noch viel mehr Spass gemacht hätte.

Angekommen am Mittelmeer, war ich überwältigt von der Aussicht auf die imposante Landschaft. Die Strassen erinnerten mich stark an Autowerbungen… Nun war ich mir sicher, dass es solche Landschaften auch in Echt gibt!

Angekommen an der Marokkanischen Mittelmeerküste

Nach einigen enormen Steigungen, die mir wohl mit dem Velo Mühe bereitet hätten, hielt ich im wunderschönen Restaurant “Vista Mar” nahe El Jebha für einen leckeren Fisch zum Mittagessen an.

Das Mittagessen war unglaublich lecker und die Aussicht wunderschön, so dass ich die Erlebnisse gerne mit jemandem vor Ort geteilt hätte und ich mich, wie bereits beschrieben, etwas einsamer fühlte als auf der bisherigen Marokko-Reise mit dem Fahrrad. Nichtsdestotrotz wollte ich weiterhin an meinen Plan glauben und freute mich sehr, für einmal ganz alleine die wunderschöne Landschaft zu geniessen, die Stille aufzusaugen und mich völlig meinen Träumen und Gedanken hinzugeben.

Gestärkt durch das leckere Mittagessen fuhr ich weiter. Die Landschaft verlief auf langen Stücken enorm abwechslungsreich und schön, so dass ich kaum die richtigen Worte dazu finde. Am besten lasse ich wohl wiederum die Bilder sprechen.

Da ich gemäss meinem Plan am nächsten Tag ein sehr langes Stück durch die Wüste fahren wollte, um in die südliche Ortschaft Merzouga zu gelangen, wollte ich bereits möglichst nahe an der Wüste übernachten. Ich wollte deshalb noch am selben Tag bis in die Stadt Oujda fahren, welche sich nur wenige Kilometer von der Algerischen Grenze entfernt befindet und die letzte grössere Ortschaft vor der Strecke durch die Wüste ist, welche in den Süden des Atlasgebirges führt. Am Abend spät kam ich in Oujda an, wo ich im Riad “Dar Al Fassia” übernachtete. Ich freute mich sehr, einen netten Gastgeber gefunden zu haben, welcher seit 30 Jahren in Oujda lebt und mir wertvolle Tipps zur Route am nächsten Tag geben konnte.

Meine Route bisher ist in der Karte oben wie folgt dargestellt: 

5 Responses

  1. Wunderschöne Bilder. Ein Essen, Welches mir bestimmt sehr gefallen würde. Die Landschaft scheint wirklich unglaublich abwechslungsreich zu sein! Ja, ich will unbedingt auch mal nach Marokko! In meinem Leben war es immer auch gut, Zeiten ganz für mich zu haben, geniess es und lass Dich bewegen von allem was Dir begegnet! Dein Blog finde ich unheimlich schön, ein Genuss darin einzutauchen. Nochmals danke!