Am Mittwoch schaute ich mir die Hassan-II-Moschee in Casablanca an, welche meines Wissens die einzige Moschee im Land ist, welche auch von Nicht-Muslimen besucht werden kann. Aufgrund der vielen enorm positiven Dinge, welche ich über die Moschee gelesen und gehört hatte, im Sinne von “absolutes Must-See in Marokko” und “eine der sehenswertesten Attraktionen überhaupt im Nahen Osten” waren meine Erwartungen hoch. Da ich am Morgen mit möglichst wenig Touristen Fotos von der Moschee machen wollte, war ich für die früheste Führung dort, welche um 9 Uhr begann. Allerdings musste man noch ein Billet vor Ort kaufen und es hatte schon vor 9 Uhr eine Warteschlange, zudem gab es in Touristenbussen angereiste Gruppen, die wohl aufgrund von vorreservierten Billetten sogleich eintreten konnten, so dass ich leider nicht der Erste in der Moschee sein konnte.
Der damalige König Hassan II gab den Bau der Moschee in Auftrag, da er fand, dass es Casablanca bisher an historischen und architektonischen Monumenten mangelte. Die Moschee wurde in einem heruntergekommenen Quartier auf einem Stück Land erbaut, welches der Stadt gehörte. Die vom damaligen König Hassan II in Auftrag gegebene Moschee wurde 1993 nach ca. 6 Jahren Bauzeit und mit ca. 800 Millionen $ Budget fertiggestellt. Das Geld für den Bau der Moschee kam offenbar mehrheitlich aus der Bevölkerung in Form von “Spenden”, die wohl nicht ganz freiwillig waren.
Die Moschee ist von aussen und von innen so riesig, dass ich die Dimensionen kaum beschreiben kann, da ich bisher noch wenig vergleichbar grosse Bauten gesehen habe, ausser allenfalls die Sagrada Familia in Barcelona. Trotz der eindrücklichen Schönheit der architektonischen Formen und Details schien mir der Bau vor allem Eines zu symbolisieren: Klotzen. Nachdem ich viele wunderschöne, alte islamische Kunstwerke insbesondere in Ägypten und in Marrakech besichtigen durfte, schien mir die Architektur hier deutlich zu klotzig und ich fragte mich, ob die Bevölkerung, welche zur Zeit der grossen Islamischen Bauten wie der Koutoubia-Moschee gelebt hat (welche übrigens als Inspiration für fast alle Moscheen in Marokko gilt, insbesondere der Hassan-II-Moschee), die teilweise Leere und den Eindruck von mangelnder Vollendung akzeptiert hätte. Die heutigen, primär auf Selfies ausgerichteten Besucher, welche auf Arabisch knapp “yalla” vom Strandurlaub in Hurghada kennen, werden diese Finessen wohl nicht zu unterscheiden wissen.









Wenn selbst die Guides, welche in der Moschee die Besuchermengen förmlich anschreien müssen um verstanden zu werden, nach der Führung vor der Moschee ihren Rachen klären, indem sie auf den Boden spucken, dann frage ich mich, wie es wirklich bestellt ist um die sakrale Wertschätzung dieses Ortes, oder ob es eben doch nicht vielmehr darum geht, touristische Wertschöpfung zu generieren. Vermutlich noch wichtiger war es aber für Hassan II aufzuzeigen, dass er den grössten und längsten P…. (genau, Palast!) hatte. Da leider die Stadt ausser der Moschee wenig zu bieten hat, bleibt mir der Eindruck: Kunstwerke von wahrer Grösse kann man ebenso wenig aus dem Boden stampfen wie nachhaltige Tourismusströme von heute auf morgen generieren.
Nach dem Auschecken aus dem Hotel fuhr ich die 10 Kilometer zurück an den Busbahnhof, um nach Rabat weiterzufahren, wo ich die nächsten zwei Nächte übernachten werde. Die Busfahrt war wieder gleich abenteuerlich wie die von gestern. Hingegen war der neue und hervorragend saubere Busbahnhof in Rabat kaum mit dem in Casablanca zu vergleichen. In Rabat angekommen, ging es in der gleichen Art weiter und ich freute mich über die unerwartet leisen und sauberen, schönen Gassen der Medina. Der Höhepunkt von heute war jedoch die Ankunft im Riad. Über Booking habe ich zwei Nächte im Dar Shaier gebucht. Das Riad, welches offenbar vorher die “Maison de la Poésie” beherbergte, wurde erst vor einer Woche nach einer Renovation eröffnet und ist daher erst von wenigen Leuten bewertet. Trotzdem entschloss ich mich aufgrund der schönen Bilder und den wenigen extrem positiven Reviews für das Hotel. Das Dar El Shaeir ist das bisher mit Abstand schönste Hotel auf dieser Reise und eines der schönsten Hotels, die ich überhaupt je gesehen habe.










Lieber Cyril! Dein Riad ist einfach der «Oberknüller:-)» Da will ich mal hin! Ich glaube ich weiss was das Besondere ist in deinem Zimmer. Kann es sein, dass Du ein Opiumbett hast:-) ?Di e Muschel beim Fenster ist auch so richtig schön!!! So sollte man immer wohnen:-) Du scheinst ein glückliches Händchen zu haben! Hoffentlich wird es auch schön in Fes und auf den weiteren Strecken! Grosi hat sich auch sehr gefreut über deinen schönen Blog, lässt grüssen- sie schreibt ein anderesmal zurück- scheint grad viel um die Ohren zu haben.Aber Sie ist sehr beeindruckt. (ich übrigens auch:-))
…ein Opiumbett… 😉 …..aus Rosenholz? Geniess es auch ohne Opium! Viel Spass bei allem. Alice
Ich glaube, das war einfach ein normales Bett 😂 Sieht vielleicht auf dem Bild grösser aus, als es in echt war. Ist aber alles wunderschön und aus handgemacht von Kunsthandwerkern aus der Region.