Am Montagmorgen stand ich aufgrund der langen Tour am Vortag mit etwas schweren Beinen auf. Dank dem guten Frühstück und dem bequemen Bett schaffte ich es jedoch, mich den Hügel hochzukämpfen um aus Safi hinauszufahren. Auf dem Hügel warf ich nochmals einen letzten Blick in Richtung Safi zurück.


Hier mal noch einige Worte zu meiner technischen Ausrüstung: Ich benutze für diese Tour einen massgeschneiderten, in der Schweiz handgemachten Stahl-Rahmen von Röbi (Fahrradbau Stolz), welcher auf lange Radtouren ausgelegt ist. Für mich sind die Hauptvorteile von Stahl Langlebigkeit (kann geschweisst werden), Absorption von Vibrationen (schont Gelenke gegenüber starrem Carbon), und Robustheit (bricht nicht ohne “Vorwarnung” im Gegensatz zu anderen Materialien wie etwa Carbon oder Alu). Die Komponenten für das Velo hat Röbi mit mir zusammen vor etwa 10 Jahren selektioniert und zusammengebaut.
Zur Navigation benutze ich meistens mein iPhone, auf welchem ich die App “MapOut” benutze, welche ich bisher als makellos bezeichnen würde. Die App kann so gut wie alles, was ich mir wünsche. Basierend auf OpenStreetMaps-Daten kann ich damit detaillierte Karten für die ganze Welt herunterladen. Zudem kann man Radrouten, ÖV-Verbindungen und Vieles mehr anzeigen. Am wichtigsten finde ich aber die Funktion, einfach unterwegs Routen zeichnen und vergleichen zu können, und deren Höhenprofile, Kilometer sowie geschätzte Fahrzeit direkt zu sehen. Auch die Orientierung in den verwinkelten Souks mittels GPS wird damit zum Kinderspiel (ich bitte an dieser Stelle um Verzeihung bei Juliette, meiner Arabisch-Lehrerin, die korrekte Arabisch Mehrzahl für souk wäre aswak). Nicht zuletzt zeichne ich damit auch meine gefahrenen Strecken per GPS auf, welche ich dadurch in diesen Blog-Einträgen zeigen kann.

Weiter fuhr ich wortwörtlich sowie im übertragenen Sinne von einem Höhepunkt zum nächsten. Auf ca. 100 Metern über Meer verlief die Strasse auf der Höhe der Klippen immer leicht herunter und herauf, jedoch immer nur so wenig, dass man es kaum merkte. Meine Aufmerksamkeit konzentrierte sich vielmehr auf die epischen Aussichten und auf die traumhafte Landschaft, welche mich mit ihrem Kalkstein-Boden und den vielen Schafhirten sowie dem weiten Blick an Segantini-Gemälde erinnerte. Die Strecke ist so angenehm und schön, dass ich mich häufig gefragt habe, weshalb Marokko sie nicht als touristische Veloroute vermarktet.







Gegen Nachmittag und nach ca. 70 Kilometern erreichte ich Oualidia, eine kleinere Stadt am Meer, wo ich im Hotel “Le Temps Perdu” etwas ausserhalb der Stadt übernachtete. Das Hotel war etwas verlassen (ich war der einzige Gast) und die Zimmer nicht im besten Zustand, trotzdem war die Aussicht aus dem Zimmer sehr schön und der Preis fair (67€ mit Abendessen). Am späteren Nachmittag fuhr ich trotz sehr erschöpften Beinen nochmals ca. 6 Kilometer und 20 Höhenmeter zurück ins Stadtzentrum, um mich endlich mit einem Bad im Meer für die Strapazen zu belohnen. Am Abend gab es dann eine Pizza, bevor ich mich abermals müde ins Bett fallen liess.
Die Karte mit der Route habe ich nun übrigens auf allen vorherigen Posts nachgetragen (für Tage, an welchen ich gefahren bin).