Am Freitag habe meine Velotour offiziell gestartet und bin 183 Kilometer von Marrakech nach Essaouira gefahren! Hier der «Beweis»:

Der Beweis – das scheint mein neuer Allzeit-Streckenrekord bisher zu sein.

Da ich nicht so viele Fotos gemacht habe, möchte ich heute lieber etwas zu meinen Erlebnissen erzählen. Vorneweg: die Fahrt war anstrengend, aber sehr lohnenswert.

Angefangen hat die Fahrt um genau 8 Uhr morgens in Marrakech. Glücklicherweise hat es um diese Zeit noch wenige Leute auf dem Souk und auf der Strasse, wodurch ich rasch und angenehm aus der Stadt hinauskam. Nachdem ich aus der Stadt hinaus und durch die Vororte gefahren war, gab es noch einige kleine Ortschaften und es dauerte einige Zeit, bis sich der Verkehr beruhigte. Immerhin gab es die ersten ca. 40 Kilometer einen richtigen und gut ausgebauten Fahrradstreifen! Später gab es dann immer weniger, meist rücksichtsvolle Verkehrsteilnehmer, wodurch ich mich entlang der Strecke insgesamt sicher fühlte.

Ein Arbeitgeber, bei dem der Name Programm zu sein scheint, in einem Vorort von Marrakech

Vorerst ging es langen, geraden Strassen entlang durch eher entlegene Dörfer. Mit der Zeit wurden die Landschaften immer spannender und kleine Wälder wechselten sich mit steppenartiger Vegetation ab. Einige Landstriche waren wüstenartig und auch einige kleine Berge zogen an mir vorbei. Insgesamt war die Strecke aber mehrheitlich flach und ich genoss zudem stellenweise sehr angenehmen Rückenwind, womit die lange Distanz deutlich einfacher zu bewältigen war. Auch das Wetter war bei 15-20 Grad sowie abwechslungsweise sonnigen und halb-bewölkten Phasen sehr angenehm.

Ein erster Streckenabschnitt als Timelapse

Der zweite Timelapse gleich darauf folgend

Später wechselte dann die Landschaft fundamental und wurde viel grüner und hügliger. Etwa nach Sidi Mokhtar fing ein Gebiet an, welches mehrheitlich vom der Produktion von Arganöl geprägt ist. Hier das charakteristische und beinahe «obligate» Bild von Ziegen auf Arganbäumen:

Häää? Eeeh, määääh! Hier wird erklärt, was die Ziegen auf Bäumen mit der Argan-Produktion zu tun haben

Die Abfahrt nach Essouira war trotz den müden Beinen einfach nur wunderschön. An sanften, grünen Hügeln mit Arganbäumen vorbeiziehend kam ich dem Meer näher und war schliesslich überwältigt, als ich den Ausblick auf das Meer sowie auf die in episches Abendlicht getauchte Stadt Essouira sah.

Die besten Time-Lapses sind die, bei welchen man am Schluss am Atlantik ankommt 🌅

Nun bin ich im wunderschönen Riad Fontaine Bleue angekommen, wo ich einen sehr herzlichen Empfang hatte sowie ein sehr leckeres Abendessen zusammen mit der Gastgeberin und Köchin Hafida, ihrem Mann und einem netten deutschen Paar.

Morgen gönne ich mir eine Pause in Essaouira, die man vermutlich wohlverdient nennen kann. Hoffentlich wird der Name dieses Posts dann nicht Programm sein.

8 Responses

  1. Lieber Cyril, vielen Dank für deinen Reisebericht und die vielen schönen Fotos. Wir waren vor ca. 10 Jahren in Essouira und waren begeistert von der
    schönen Stadt. Ich habe ein Andenken von dort: eine wunderschöne Holzschachtel mit Einlegearbeit. Mit dem Camper konnten wir solche Dinge
    transportieren. Wir wünschen dir weiterhin schöne Tage und Eindrücke von der Kultur und Natur. Bleib gesund. Groro

  2. Lieber Cyril!
    Ja die Ziegenbäume, davon habe ich auch schon gehört! Du scheinst eine sehr schöne Reise zu haben. Dir mit diesem Blog etwas folgen zu können, ist sehr schön ! Danke für die Bilder und die Erzählungen! Ein Genuss !
    Herzliche Grüsse Christina Mama

  3. hallo cyril,

    nun bist du also unterwegs. das ruft erinnerungen in mir wach an meine reise von marrakech nach essouira, meinerseits aber leider im auto!

    geniess dir reise

    röbi

  4. Lieber Cyril, Danke für die Eindrücke und fast 200km ist eine lange Strecke und das schon bei Reisebeginn…bin beeindruckt! Trinkst du einen frischen Granantapfelsaft von einem Strassenstand für mich? Das ist so herrlich fein, Guten Wochenstart! Alice