Am Dienstag bin ich mit dem Fahrrad von Zürich am Flughafen Marrakech angekommen. Die Reise war insgesamt sehr angenehm und der Velotransport verlief ebenfalls problemlos. Gereist bin ich mit der Edelweiss, da diese kostenfreien Transport einer Sportausrüstung anbietet – was auch für den Transport eines Velos gilt! Am Flughafen Zürich kann man sich beim Supervisory Desk eine Kartonkiste gratis abholen. Danach musste man lediglich die Pedale und das Vorderrad entfernen, sowie den Lenker drehen und die Sattelstütze absenken. Die Demontage und Montage konnte ich direkt vor Ort machen.

In Marrakech angekommen, konnte ich das Fahrrad praktisch am Flughafen zusammensetzen. Nur noch die Frage einer SIM-Karte für Daten und Anrufe in Marokko musste geklärt werden. Im Grunde genommen sind die Tarife zum aktuellen Zeitpunkt bei allen Anbietern gleich, nur die Abdeckung nicht – daher habe ich mich für Maroc Telecom (IAM) entschieden, welches laut dieser Webseite die beste Abdeckung zu haben scheint, insbesondere im Osten nahe Algerien.

Die Fahrt ins Stadtzentrum verlief insgesamt sehr angenehm. Meine Wahrnehmung war aber wohl nicht ganz neutral, da ich gerade von einer längeren Reise in Ägypten zurückkomme, was mit seinen abenteuerlichen Strassenverhältnis wohl in vieler Hinsicht kein fairer Vergleichswert ist. Immerhin gibt es hier Ampeln und Fussgängerstreifen, welche auch beachtet und genutzt werden. Der Marokkanische König hat offenbar veranlasst, das ganze Land bis 2022 mit Velostreifen entlang allen grösseren Strassen auszustatten. Mein erster Eindruck auf der ca. 6 Kilometer langen Strecke vom Flughafen in die Innenstadt war sehr positiv, wobei gesagt werden muss, dass die Fahrradstreifen mit Motorrädern geteilt werden. Insgesamt fand ich den Strassenverkehr aber sehr respektvoll und angenehm. Die Leute scheinen hier zu wissen, wie man fährt, und auch Tuktuks mit minderjährigen Fahrern wie in Ägypten habe ich bisher fast keine gesehen. Die Innenstadt Marrakech schient mir auf den ersten Blick wie ein riesiger Souk mit vielen engen Strassen. Es hilft sehr, eine Offline-Karte auf dem Handy zu haben und die eigene Position mittels GPS vor sich zu sehen, um sich in den vielen engen Strassen nicht zu verlieren. Ebenso sollte man auf die vielen Motorräder und Fahrräder aufpassen, die es auf abenteuerliche Weise schaffen, sich fahrend (und zum Teil überraschend Schnell) durch das Gewimmel zu drängen.

Angekommen im Riad El Borj war es plötzlich wie in einer anderen Welt. Angenehm ruhig und isoliert vom Gedränge der Stadt genoss ich die herzliche Begrüssung durch den Gastgeber Ali, welcher mir sogleich einen authentischen Chai-Tee, Gebäck und Tipps für die Stadt anbot. 

Am Abend schlenderte ich noch durch die Stadt und ging schlussendlich eine köstliche Tajine essen im Restaurant Brahim mit angenehmer Musik.